2011/09/25

The Last Report

Genau zehn Tage verbleiben mir nun noch bis ich meine Heim reise antrete.

Vielleicht haben es einige mitbekommen, dass mich etwas Magisches auf dieser Reise begleitet hat, und das ist der Kilimanjaro.
Es gibt manchmal Dinge, die gemacht werden müssen. Das ist eines davon.
http://de.wikipedia.org/wiki/Kilimandscharo

Und da ich diese Chance möglicherweise nie wieder in meinem Leben habe, geht meine Reise morgen zurück nach Moshi und danach über die Machame Route bis zum höchsten Gipfel Afrikas des höchsten freistehenden Berges auf unserem Planeten. In sieben Tagen durchwandere ich alleine mit einem Team bestehend aus 6 Guides verschiedenste Klimazonen und Naturschauspiele.

Diese Reise habe ich zusammen mit Dotcomsafaris aus Moshi, die letzten Wochen per mail geplant und durchdacht und keineswegs ein Schnellstart. Alles ist bereits organisiert und wenn Mutter-Natur es will, ist es auch möglich.

Da ich danach nur mehr drei Tage zur Verfügung habe, habe ich meine Internetverbindung dann schon an den nächsten Volunteer weitergereicht und werde keinen Blog-Eintrag mehr schreiben werden.



Vieles was ich in dieser Zeit hier in Tansania erlebt habe, habe ich hier in diesem Blog niedergeschrieben.
Doch vielmehr noch habe ich leider ausgelassen.

Am Beginn durfte ich eine Woche in einem Eye-Camp verbringen und helfen wo ich nur konnte. Ich lernte Land und Leute kennen, Tansanier wie Backpacker und Volunteere.

Ich habe mich sehr stark auf die Architektur der Gegenden konzentriert und bin mir sicher auch hier nun klare Methoden und Wege vorschlagen zu können.

Die letzte Woche habe ich auf Zanzibar verbracht. Der Transport dorthin war bei weitem keine Vergnügungsfahrt, doch war Zanzibar es wert. Diese Insel ist magisch und man verliert wirklich sehr schnell den Bezug zur Realität.

Und nicht zuletzt möchte ich die wirklich enorm vielen Freunde erwähnen, die ich hier gewonnen habe.

Doch das wichtigste was ich von allem habe, ist die Erfahrung.

Bevor ich hier in dieses Land reiste, konnte ich keine klare Aussage treffen, was mich hier erwartet, doch nun habe ich eine Meinung. 




2011/09/13

Again and Again @ 2011-09-06

Die Heimreise nach Moshi dauerte ewig. Von der Safari ermüdet und vom Verkehr und der Strassenqualtität gestresst fuhren wir wieder vorbei an Massai-Dörfern und durch die 1,5 Millionen Einwohnermetropole Arusha bis nach Karanga, was soviel heißt wie Erdnuss.



In Karanga verabschiedeten sich die bieden Mädels von all ihren neu gewonnenen Freunden und ihrer Unterkunft und auch ich lernte ein paar neue Persönlichkeiten kennen. Natürlich habe ich dort auch Erdnüsse probiert.

Danach gings ab ins Hotel, wo ich mich nach der Verabschiedung mit den Mädels in den Tiefschlaf versetzte.
Am nächsten Morgen wurde ich wie üblich durch den Hahn geweckt. Marina und Claudia waren schon abgereist, nun war ich wieder alleine unterwegs. Es ist schon seltsam, ich freute mich dermassen eine paar Tage mit eigenen Landsleuten verbringen zu können, obwohl ich von vornherein meine Zeit hier alleine verbringen wollte. Es war doch sehr viel Wehmut dabei, der Gedsanke nach Hause fliegen zu können, gefiel mir in vielerlei Hinsichten. Doch nach dem Frühstück fasste ich neuen Mut und wollte die Stadt erkunden, und zwar alleine um gleich einen drauf zu setzen.

Doch davor hatte ich vor, mir etwas Geld zu besorgen, da meine Shillingreserven langsam zur Neige gingen.
Voller Überzeugung ging ich in die Bank und wollte Geld abheben. Doch kann nie etwas beim ersten Mal funktionieren und der Automat streikte. Maestro-PIN schien falsch zu sein, obwohl ich mir sicher war, dass er korrekt war, immerhin benutze ich ihn sonst fast jeden Tag, und den VISA-PIN hatte ich in Lushoto.
Plan B war Reserve-Euros in Shilling zu wechseln. Also zurück ins Hotel des Geld holen und erneut versuchen. Eigenartigerweise gibt es in Tanzania viele Leute, die ihr Geld aufs Konto legen wollen, vielleicht wird hier die Arbeit bar verrechnet, jedenfalls stand ich 90 Minuten in einer Schlange. Geklappt hats Gott sei Dank und bekam 240.000 Shillinge, mehr als ich Rerwartet hatte. Beim rückweg ins Hotel bekam ich, dank meines lieben Freundes noch den Visa-Pin und hob gleich nochmal 400.000 Tsh ab um mir die nächste Zeit den geplanten Kauf von Sovenieren zu erleichtern.

Durch die Freude, an Geld gekommen zu sein, wollte ich gleich einmal wo einkehren und besuchte die Coffee-Lounge. Dort gibt es wirklich ausgezeichnetes Essen und Kaffee zum Verlieben. So gut dass ich hier gleich mit dem Sovenierkauf begann.

Gegen 16:00 war ich zurück im Hotel und rief von dort aus Deos, den Guide der Safari, an. Mit ihm wollte ich Holzschnitzerein unter die Lupe nehmen, weil ich beim vorigen Mal merkte, dass hier zimelich viel gefaket und betrogen wird.
Er zeigte mir einen Künstlermarkt, wo man direkt sehen konnte, wie die Dinge hergestellt werden. Da die Leute dort, auch zu mir, sehr erhlich und aufrichtig waren, kaufte ich ordentlich ein, ,mehr als mein Gepäck beim Heimflug zulässt, wie sich später heraustellte.

Mit diesen Gegenständen und einer Menge an schmutziger Kleidung begab ich mich am nächsten Tag zurück nach Lushoto, abermals mit dem chaotischsten Bussystem, mit dem ich je gefahren bin.
Dort angekommen war ich froh, wieder "zu Hause" zu sein bei gemässigtem Klima und Menschen, die ich kenne. Zusätzlich war noch ein neuer Gast, ihr Name war Andrea, für ein paar Tage hier, die ebenfalls aus Graz kam. Witzigerweise waren wir 2 Tage vorher zur selben Zeit in Karange, haben uns aber doret nicht gesehen.

Am Abend des nächsten Tages lernte ich noch Daniela und Kilian aus Deutschland kennen, die ebenfalls für ein paar Tage in der Montesoorischule in Lushoto wohnten.
Gemeinsam mit Roger und Liz machten wir uns aus, am nächsten Tag wieder den Irente-View zu besuchen.

Auch dieser Tag war sehr schön, vor allem war es angenehm auch weiterhin jemanden zu haben, mit dem man  zwischendurch auch deutsch sprechen kann.

Ich traute mich diesmal schon mehr zu fotografieren und kam deswegen zu ein paar ganz guten Schnappschüssen.



Tarangire Nationalpark

Der letzte Tag der Safari ging in den Tarangire Nationalpark.



Mit seinen riesigen Weidelandschaften und vereinzelten Baobabtrees ist er ein hervorragender Lebensraum für Herdentiere und Elefanten, aber auch Leoparden und Löwen, sowie Shakale und Hyänen.




Gleich beim Betreten fiel uns ein Hügel auf, der überseht war von Geiern. Sie hatten gerade gefressen, wahrschienlich den Rest der Beute eines Löwen und ruhten sich nun aus. Meistens können sich nach dem Fressen einige Zeit nicht fliegen, wodurch sie selbst leichte Beute werden. Aus diesem Grund versammelten sie sich auf dem Hügel um eine bessere Verteidigung zu erzielen.

Wir machten wieder Bekanntschaft mit Griaffen, Löwen und auch Sträussen. Doch am meisten sahen wir Affen und Elefanten in unterschiedlichsten Formen.




Diese Umgebung sah aus wie im Walt Disney Klassiker "König der Löwen", nichts fehlte bis auf die Nashörner. Gerade die hier als am mächtigsten und gefährlichsten bekannten Tiere bekam ich nicht zu Gesicht. Es könnte aber auch daran liegen, dass es nur mehr eine Handvoll davon gibt und sie sehr scheu und zurückgezogen leben.

Die Mittagspause brachte noch ein Highlight mit sich. Deos wies uns darauf hin aufzupassen. In diesem Nationalpark seien zu viele Affen unterwegs, die gerne einmal das Essen der Touristen stehlen.



Nicht einmal eine halbe Stunde später starteten eine paar Affen einen Guerilla-Angriff wie aus im Buche steht.
Ich ging mit der Kamera herum und fotografierte Vögel, als auf einmal hektisches Treiben entstand und alle Vögel auf und davon waren. Mindestens acht Affen rannten im Eiltempo auf den Rastplatz zu und während ein Affe auf den Tisch sprang und das Essen auf den Boden schmiss, holten sich die anderen die Beute von dort und rannten damit davon.
Die Guides bewarfen die Tiere mit Steinen, was sie nicht wirklich sonderlich davon abhielt. Erst als es dem Affen auf dem Tisch zu viel wurde waren sie so schnell wieder weg, wie sie erschienen waren.
Im ersten Moment war ich mir nicht sicher, was geschehen ist, so schnell ist alles abgelaufen. Witzig fand ich, dass ich zufällig zur richtigen Zeit am richtigen Ort war und dieses Erlebnis um mich herum passiert ist.

Bei der Heimfahrt gaben wir noch unser Essen drei Kindern, die Kuhherden trieben. Die Freude über was zu Essen war deutlich in ihr Gesicht geschrieben.



Danach ging es langsam zurück nach Moshi, doch möchte ich als abschließende Worte zur Safari noch ein paar Dinge festhalten.

Dieses Erlebnis ist wirklich auf keinem Fall vergleichbar mit einem Besuch im Zoo. Durch die Wildnis zu rasen, mit dem Wüstenwind im Nacken und mit dem Fernglas nach Löwen Ausschau zu halten, oder mit abgestelltem Motor so nahe an Elefanten heranzukommen, dass man diese schon fast berühren kann, Hyänen beim Beutezug zu beobachten und Gnu- und Zebraherden bei der Wanderung zu verfolgen ist mit Sicherheit jeden Cent der Reise wert gewesen und wird mir mit Sicherheit für immer in Erinnerung bleiben. Mit Sicherheit macht es auch einen wesentlichen Unterschied, dieses Erlebnis gleich mehrere Tage zu erleben und dementsprechend zu intensivieren, doch dieses Gesamterlebnis wünsche ich jedem einmal hautnah zu erleben. Die Gegenden der drei Parks könnten unterschiedlicher nicht sein und boten dem Erlebnis ein authentisches und atemberaubendes Fundament, keinesfalls vergleichbar mit der besten HD-Fernsehtechnik. Außerdem habe ich in diesen Tagen mehr über die Natur lernen können, als irgendwo anders.
Besser hätte ich meine Halbzeit meines Tansaniaaufenthaltes nicht gestalten können.



2011/09/12

Ngorongoro Crater @ 2011-09-05

Auch das Frühstück bereitete der Koch mit Liebe zum Detail zu, es gab alles was das Herz begehrte, natürlich auch wie immer verschiedenste wählbare Variantionen an Eierspeise.
Danach gings zum nächsten Punkt der Reise, dem Nogorongo-Krater, doch davor noch ein kurzer Halt an einem View-Point auf den Bergen mit Sicht über den ganzen Lake Manjara Nationalpark und begutachteten die Massai Steppen aus der Ferne.





Der Ngorongoro- Krater ist ein Gebirge mit einem 304 Quadratkilometer großen Krater, der verschiedensten Tierarten Schutz und Geborgenheit bietet.
Die Besonderheit daran ist einerseits, dass der Kraterrand oben aus tropischem Dschungel besteht und eine eisige Kälte, sowie nebelig am Vormittag und wirklich sehr windig ist. Man fährt dann eine Stunde herum um den Krater und über Serpentinen hinein in eine artenreiche Savanne, welche durchzogen ist von Sümpfen und Bächen. 
Anderseits aber bietet dieses Areal auch die wahrscheinlich einzigartige Gelegenheit in Tansania, den Menschen, speziell die Massaistämme, und die Tierwelt in Harmonie miteinander vorzufinden. Nicht selten hatte ich eine Aussicht bestehend aus verschiedensten Herden und inmitten trieben die Massais ihre Ziegen und Kuhherden.



Zum ersten mal sah ich eine Hyäne, die auf der Suche nach etwas Essbarem war und die durch Filme weltbekannt gewordenen Assfresser, die Geier.



Ich sah Störche, Sträusse und riesige Herden aus Gnus und Zebras.



Auch Büffel konnte ich an diesem Tag zum ersten Mal in freier Wildbahn erspähen und immer im am Horizont der Kraterrand, der wegen der Entfernung leicht leicht verblasste.



Eine angebliche wirkliche Seltenheit, Hyänen beim Geschlechtsverkehr zu zusehen, bekamen wir ebenfalls zu Gesicht sowie viele weiter Hyänen.



Zu Mittag machten wir an einem See halt, der von verschiedensten Vogelarten nur so wimmelte. 






Essen war aus diesem Grund nur unter dem Fahrzeug möglich, die Adler würden sonst im Sturzflug die Jause erobern.



Danach gings weiter auf der Suche nach Löwen. Als wir sie fanden, bekamen wir gleich erneut die Gelegenheit die voyeuristische Rolle zu übernehmen, da Männchen und Weibchen romantische Stunden verbrachte. Stören liesen sie sich dabei nicht, im Gegenteil nach dem sie ausgerastet waren, gings los für nicht einmal eine Minute, um danach wieder zu rasten.



Dieses Ereignis zu sehen dauerte ziemlich lang, war es aber auch wert.
Viele der erwähnten Tiere konnten wir aus nächster Nähe beobachten, so nah bewegten sie sich am Fahrzeug vorbei.



Während der Heimfahrt machten wir noch am Kraterrand-Aussichtspunkt halt, wo nun sehr gute Sichtverhältnisse waren, und der komplette Krater begutachtet werden konnte.


Lake Manjara @ 2011-09-04

Am nächsten Morgen startete endlich der so sehnsüchtig erwartete Ausflug. Nach einem wirklich sehr kurzem Frühstück, keinem Strom zum Duschen und einer Diskussion mit der Rezeption bezüglich der Bezahlung, holte mich Diosdetikt, der Guide für die nächsten Tage, samt Koch und meiner Begleitung während der Safari, Marina und Claudia aus Graz, ab.
Mit einem speziell für Safaris ausgestattetem Toyota Land Cruiser fuhren wir die nächsten Stunden in Rihtung Arusha und weiter in Richtung Twiga- Camp. Vorbei an Massai-Dörfern, hektischem Markttreiben und Verkehrschaos. Wir begannen uns kennezulernen und uns ein Bild zu machen, was uns die nächsten Tage erwarten würde.

Irrsinnig witzig fand ich, dass wir unseren eigenen Koch mitnahmen, was aber schnell klar wurde, als wir im Camp ankamen. Sehr sauber und gepflegt, fast schon luxuriös, war mein erster Eindruck. Nachdem Verstauen unseres Gepäcks ging es gleich weiter auf zum ersten Schritt unserer Reise in den Nationalpark Lake Manjara. Die Strassen hier sind sehr gut ausgebaut und man bekommt regelmässig touristentypische Lokalitäten zu Gesicht.

Der Park erstreckte sich entlang eines Salzsees und das Terrain umfasste Dschungel und Graslandschaften.
Schon am Eingang ist klar erkennbar, dass hier eine Menge Umsatz gemacht wird, was aber nicht sonderlich verwundert. Das komplette Arial ist verbunden durch Wegesysteme, welche von den Fahrzeugen befahren werden dürfen. Aussteigen ist grundsätzlich untersagt, was aber bei diesem Tierbestand nicht wirklich ein Wunsch von mir war.
Das Dach des Fahrzeuges war geöffnet, so hatte man einen schönen 360 Grad Rundumblick bei erhöhter Position.

Die Menge der hier vorhandenen Tiere war zu anfangs etwas dürftig und eintönig bis wir die erste Giraffe aus 15 Meter Entfernung zu sehen bekamen.



Ab diesem Zeitpunkt war das Eis gebrochen und wir kippen hinein in das Erlebnis Safari. Die Anzahl der zu sehenden Tiere wurde immer größer.



Wir sahen Affen und eine Menge verschiedener geschützer Baume,...



...darunter auch die heiligen Baobab-Trees, die mit einem bis zu 10m dickem Stamm und einer eigenartigen Verästelung (sieht aus wie Wurzeln) in die Höhe ragen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Afrikanischer_Affenbrotbaum

Der Legende nach soll der Teufel aus Spaß den Baum verkehrt in den Boden gesteckt haben.



Der Guide war sein Geld wirklich wert und wusste sehr gut Bescheid über alle Dinge, welche Tiere und Bäume wir sahen und wie deren Beziehung zueinander ist.



Nach der Zeit verliesen wir den Dschungel und fuhren in einer größeren Graslandschaft spazieren. Auf der einen Seite begrenzten die Berge und auf der anderen der See den Park.
Wir durften Zebraherden bestaunen während wir die Herden kreuzten. Es sind wirklich sehr anmutige Tiere, sehr viel Ähnlichkeit mit Pferden, doch die schraffierten Zeichnungen machen sie doch zu etwas besonderem. Jedes Zebra besitzt ähnliche Strukturen und doch unterschiedliche Ausführungen, wie individuelle Kunstwerke.



Außerdem gab es viele Gnus, sowie Antilopen und Nilpferde. Alle erwähnten verschiedenen Arten lebten in Harmonie miteinander, und ergänzen sich gegenseitig.



Zebras, welche gut sehen und hören, dafür aber kein gutes Gedächtnis sowie Orientierung haben, und Gnus, welche dem genauen Gegenteil entsprechen, helfen sich gegenseitig, indem sie gemeinsam in Herden umher ziehen. Die verschiedensten Vogelarten reinigen die großen Tiere, dafür bekommen sie Nahrung.
Der Mensch kann sich im Sinne von Symbiose hier ein Beispiel nehmen.

Etwas nach Mittag machten wir Rast an einer Stelle mit schöner Aussicht, bis es wieder weiter ging.
Wir sahen die ersten Elefanten.



Mächtig und anmutig wie sie sind lassen sie nicht stören von den Menschen.
Sind etwas kleiner als die in Asien, haben dafür aber eine markante Stelle im Gesicht, wo eine FLüssigkeit austritt. Diese Flüssigkeit verrinnt entlang de Hautfalten nach unten und sieht oft aus, als wäre es eine Kriegsbemalung. Da die Haut natürlich immer induviduell gestaltet ist, ergibt sich eine eindeutig zuordenbare Symbolik der Tierwelt, welche die Elefanten angeblich nutzen, um sich wieder zu erkennen.





Scheu ist hier kein Tier, niemand hat Probleme damit auf mehrere Meter Abstand zum Fahrzeug zu stehen und selbst Kameras stellen kein Problem dar. Es schien mir so, als toleriere die Tierwelt hier den Menschen und seine eigenartigen Erfindungen und Ideen, solange sie keine Bedrohung darstellen.
Wir erspähten noch jede Menge andere Arten, wie zum Beispiel Schildkröten und Wildschweine (Pumbas), sowie Kriechtiere, Reptilien und eine Menge verscheidener Böcke bei wechselndem Terrain.
Auch die Nagetiere liesen wir nicht außer Acht.





So wie das erste tier eine Giraffe war, so war es auch unser letztes an diesem Tag.



Gegen Dämmerung erreichte wir unser Camp, wo ein wirklich wahnsinnig exzellentes Mahl auf uns wartete, das Beste, dass ich bis dato in Tanzania gegessen habe.
Durch die Anstrengungen des Tages war der Tag auch schon bald zu Ende, so blieb nur noch die Vorfreude und Spannung auf den nächsten Tag.

2011/09/11

Back to Moshi @ 2011-09-03

Am nächsten Tag brach ich sehr früh auf nach Moshi, der Stadt aus der ich eigentlich ursprünglich gekommen bin. Grund war, der Start meiner Safari und die Hoffnung, dort mein Hotel zu finden bevor es dunkel wird. Mit der Hoffnung um 7:00 von Lushoto direkt nach Moshi einen Bus zu bekommen verlies ich die Rossminian Brothers und machte mich auf den Weg zur 3 km entfernten Busstation. Kurz befor ich dort ankam, hielt ein Bus neben mir, wo zwei Leute raussprangen und mich fragten wo es denn hingehen sollte. Sie meinten alle Busse seien voll, aber sie könnten mich mitnehmen bis nach Mombo. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich mir dann nur mehr, hauptsache die richtige Richtung, siteg ein und bekam sogar einen Sitzplatz. Nach einer Halben Stunde hatte ich schlief ein kleines Mädchen auf meinem Schoss ein, weil der Platz im Bus schon so beschränkt war.
In Mombo angekommen hatte ich zu Beginn Schwierigkeiten, den Bus in die richtige Richtung zu erwischen. Als es dann klappte, wurde ich völlig abgezockt, doch dachte ich mir hauptsache es geht vorwärts. Im Bus selbst durfte ich dann mit Trekkingrucksack mit 10 kg gnze 2 Std stehen bei Schlaglochstrassen.
Danach wurde mir ein Sitzplatz angeboten, den ich dankbar annahm. Neben mir saß eine Mutter mit ihrer Tochter. Die Tochter sah sehr schlimm aus, sehr eigenartige Gesichtsfarbe schwitzte als würde sie gerade gebadet werden und fühlte sich sichtlich hundeelend. Zitterte am ganzen Körper hatte offene Stellen am Körper. Ich fragte sie:"what does the children have?" und bekam als Antwort "Cholera". Mhmmm...
Da ich mitbekommen habe, dass sie selbst auch zu kämpfen hatte, fragte ich auch was sie habe und bekam als Antwort Malaria". Mhmmm...

Gegen 13:00 bin ich Moshi angekommen am Busbahnhof, wo Stress einen neuen Höhepunkt erreicht. Jede will was , jeder zerrt an einem und quatscht die ganze Zeit.
Als ich endlich ausgebrochen bin aus der Ansammlung an Verkaufstalenten, stand ich mitten in Moshi und wusste nicht wohin, um mein Hotel zu finden.
Ich hatte irsinnigen Hunger und wollte nicht zu lange an einem Fleck stehen in dieser Stadt, deswegen bin ich, einmal in eine Richtung, die mir richtig erschien losgegangen. Dabei lernte ich Sue kennen, eine Südafrikanerin, die hier den Kilimanjaro besteigen will, und fragte sie nach dem Weg. da sie mein Hotel auch nicht kannte, versuchten wir mit Hilfe des Lonely Planets herauszufinden wo wir waren, und wo das Hotel liegt. Unser entwickelter Schlachtplan zur Standortbestimmung ging einigermassen auf, als während ich nach markanten Details der vom Hotel umgebenden Lokalitäten suchte, auf einmal direkt davor stand. Voller Freude kehrte ich schon um 14:00 ein und gönnte mir eine ordentliche Dusche.

Danach empfahl der Herr Lonley Planet das Salzburger Café als hervorragendes Restaurant und ich nahm mein Mittagessen dort zu mir. Das Lokal war sehr österreich eingerichtet. Ein Tansanier, der in Salzburg studiert hat, kam zurück nach Moshi und eröffnete hier ein Restaurant mit engem Bezug zu Salzburg. Neben klassischer Musik, konnte man hier sogar Wiener Schnitzel bestellen.
Danach erkundete ich die Stadt etwas genauer. Ich besuchte Holzschnitzermärkte. Lebensmittelmärkte und versuchte mir einen Überblick zu verschaffen. Die Hitze hier machte mir während des Herumrennens ständig schwer zu schaffen und so lernte ich beim Kauf von Wasser Sam kennen. Er war ein Tansanier, der erkannte, dass ich ein mzungu bin und wollte mir "helfen". Er führte mich auf den alten Markt und zeigte mir die Holzkunst-Vereine, die ihre Waren selber herstellen.
Ich war beeindruckt über das Talent, durch welches sie derartige Kunstwerke erschaffen.
Wenig erfreut dagegen haben mich die Preise, die enorm waren.
Ich ging ohne Sovenier zurück, dafür aber mit 10.000Tsh weniger, weil Sam unbedingt Geld "brauchte".
Gegen 7 ging ich erneut in Richtung Salzburger Café für mein Abendessen, als auf einmal der Strom ausfiel. Mit in der Dunkelheit an der Grenze zwischen Slums und nächst höherer Gesellschaftsschicht hatte ich trotzdem kein Interesse umzudrehen und ging weiter in Richtung Salzburger Café. Neben "Mzungu" (weißer) hörte ich noch ganz andere Sachen.
Mut machte wieder einmal nur einer, der Kilimanjaro.



Mein Blick blieb gerade, ich schaute keinem in die Augen, geheuer war mir der Moment ganz und garnicht, angekommen bin ich trotzdem gesund und mit allem Geld.
Nach einem leckeren Abendessen wieder zurück im Hotel wollte ich erneut duschen, hatte aber kein Wasser. Die Rezeption meinte es kommt in einer halben Stunde, tat es aber nicht. So schlief ich ein ohne Dusche und mit voller Erwartung und Spannung an die bevorstehende Safari.

Jive La Mungo @ 2011-09-02

Am Freitag streikte der Strom und da ich bis auf den Gospelunterricht vormittag nichts zu tun hatte, beschloss ich einen Ausflug zu organisieren. Nachdem ich den Lonley Planet auswendig gelernt hatte, wollte ich den Jive La Mungo Viewpoint besuchen, der zu meinem Bedauern 40 km weit weg lag. Deswegen fragte ich lies, ob sie mit mitkommen und den Landrover bekommen könnte. Als das geklärt war und Rogers noch mit an Board sprang, gings los in Richtung Wildnis.

Schnell stellten Rogers und ich fest, dass Liz's Talent zum Autofahren mit ihren Lebensjahren anscheinend extrem nachgelassen hatte und ich wir überredeten sie, dass es kein Problem wäre, wenn ich das Steuer übernehmen würde. Ohne darüber nachzudenken setzte ich mich ans Steuer eines Landrovers bei Linksverkehr und weder mit internationalen noch mit nationalen Führerschein und versuchte das Monster zu lenken. Was am Anfang auf einer asphaltierten Straße noch erstaunlich leicht zu bewältigen war, änderte sich schlagartig, als wir im Dschungel unterwegs waren. Da niemand genau wusste, wo es langgang, außer das es bei dem Dorf Shume liegen soll, mussten wir andauernd nach dem Weg nachfragen. Unsere Reise führte uns vorbei an riesigen tropischen Bäumen, die ihre Wurzeln über die Strasse ragen liesen, sowie Wasserfällen und deren Bäche ebenfalls eine Zeitlang die Strasse bildeten. Die Qualität der Strasse wurde zunehmend schlechter und bald wechselte es auf einen Fusspfad aus wechselnden Gesteinsformationen. Liz sah nach der Zeit aus, als würde sie einen Herzinfarkt bekommen, gott sei Dank beherrschte Rogers das Talent Leute zu beruhigen. Obwohl es zunehmend anstrengender und dunnkler wurde im Dickihct des Dschungels, habe ich so eine beeindruckende Landschaft nur ein einziges Mals auf einem Poster bei mir zu Hause gesehen. Überall spürte man das Leben und war von einer Soundkulisse den vielseitigsten Vogelarten umgeben. Das ging gut drei Stunden so weiter, bis auf einmal der Wald endete und stattdessen eine riesige Rodung die Landschaft prägte.

Wenn man sich vorstellt, dass hier ebenfalls einmal der Wald in seiner natürlichsten Form  die Landschaft gestaltete und nun nichts als Scheben blieben, stellt man sich schon die Frage, wie sinnvoll ist der Mensch wirklich? Dieses Bild blieb über Kilometer hinweg ident, einzig die Kurven des Weges verliehen der Landschaft etwas Dynamik. Die Gegend wurde mit der Abholzung zunehmend zivilisierter und wir passierten wieder Dörfer und und Felder entlang verschiedener Bergpassagen. Als diese zu Ende waren, sahen wir Shume, zumindest Roger behauptete das.



Der Aufbau des Dorfes gestaltete sich anhand de Abholzung des Waldes.  Eine Strasse von rechts kommend führte einst durch den Wald, wodurch sich hier Holzfäller und Tischler niederliesen. Mit zunehmendem Verschwinden des Baumbestandes wurden neue Hütten errichtet, wodurch sich das Dorf sehr licht und zerstreut in die Gegend integriert. Der tiefste Punkt des Tales besteht aus Feldern, um für den Nahrungsbestand zu sorgen. An der Hauptstrasse stehen einige höherwertigere Häuser, was darauf schließen lässt, dass wieder wenige das große Geschäft machen hier.  Mit Sicherheit wird dieses Dorf einmal weiterziehen in Richtung Wald, sobald die Bäume zu weit entfernt sind.

Fraglich ist nur, was hier passiert, wenn einmal keine Bäume mehr vorhanden sind.
Schon jetzt zeichnet die Erosion überall deutliche Spuren und führt zum Abtrag der Berge und trägt zur Zerstörung des Ökosystems bei.

Gleich hinter dem Dorf ca. 2 km weiter enden die Usambara Berge mit einer umwerfenden Aussicht, genannt Jive La Mungo. Dorthin begleitet wurden wir von ca. 40 Kindern, die alle meinten sie wüssten den besten Platz mit der atemberaubenden Aussicht.



Kurzum stellten wir das Auto ab, gaben einem älteren Typen die Aufgabe auf unser Fahrzeug aufzupassen, es würde sich für ihn lohnen, meinten wir, und folgten den Strom an Kindern in die Büsche in Richtung Klippen. Wir gingen in etwa 500m beigleitet von Gesängen und Gelächter, bis wir einen Felsen erreichten der schräg auf der darunter befindlichen Felswand hinausragte. Darauf stand eine kleine Aussichtswarte, um den 300 Grad Rundumblick noch besser zu geniessen zu können. Die Ferne lies meinen Blick erstarren und vermittelte ein Gefühl von Leichtigkeit, Gesamtheit und Freiheit. Die Kinder fingen an zu tanzen auf dem Felsen, der völlig überladen war durch uns und sangen Lieder. Wir schossen noch ein paar Fotos mit ihnen, ehe wir uns wieder auf den Heimweg machten.

Am Weg zurück hörten wir dann immer öfter das Wort "money", oft auch mit strengem Unterton. Die Kinder wurden ungeduldig und dachten, sie könnten uns hier jetzt ausnehmen. Beim Auto angekommen drängten sie darum vorne zu stehen, wodurch es nur mit einem Ablenkungsmanöver überhaupt möglich war, einsteigen zu können.
Beim Fenster hinaus gab ich einem etwas Geld und meinte, sie müssen sich das teilen. Dadurch hatte ich etwas Spielraum und konnte mit dem Land Rover rangieren und mit Liz und Roger die Heimreise antreten.
Die Heimreise fuhren wir über einen anderen, zwar längeren, aber doch besser ausgebauten Weg, um Liz nicht noch die letzten Nerven zu rauben. Dieser Weg entsprach der Lebenslinie des Waldsterbens. Genau diese Strasse entlang erkannte man in welcher Richtung wie und wann abgeholzt wurde. Das gin ca. 15 Kilometer weit, wobei am Ende auch schon frischer künstlich gepflanzter Buambestand zu sehen war. Danach begann erneut der Dschungel, diesmal aber in manipulierter und planierter Form, die Strasse war erfüllt von Leben und man konnte jedem beim Nachgehen seiner täglichen Tätigkeit zusehen.



Wir fuhren durch mehrere Dörfer, bei denen sich am Marktplatz sprichwörtlich das Leben abspielte.



Pünktlich um 19:00 zum Dinner waren wir wieder zu Hause wieder mit einer Menge an Erfahrungen und Erlebnissen reicher, Strom hatten wir immernoch keinen, auch der Empfang war weg, so setzte ich mich mit einem Glas Wein an eine schöne Stelle und dachte über das Leben nach, über das was schon geschehen ist und über das was womöglich noch kommen mag.


Father Shayo @ 2011-09-01

Ein ebenso sehr wichtige Person hier in der Gegend scheint Pfarrer Shayo zun sein, der die katholische Kirche im Ort führt und nebenbei drei andere Kirchen bzw. soziale Projekte betreut. Er wollte mich kennenlernen und mir ein paar Dinge zeigen und so dachte ich mir kann nicht verkehrt sein.

Als er mich abholte und mit mir in Richtung seiner ersten Kirche, eine Missionskirche der deutschen Kolonisten, fuhr...



... erklärte er mir, dass er seit einem Jahr versuche die Einwohner zu zählen und dass er jede Familie besucht habe. Dadurch kannte er sehr viele Leute und wir waren ständig in ein Gespräch verwickelt. Abermals fuhren wir Wege entlang, die nicht ganz koscher zu sein schienen, bis irgendwann an einer Klippe die Kirche in Sicht war nicht weit entfernt vom Irente Viewpoint. Wir gingen spazieren zwischen Bananenpalmen und Zuckerrohrplantagen, sowie einer Unmenge an Kaffeepflanzen., während er mir erklärte wie welches Produkt verarbeitet wird und welchen Grund die Anordnung habe.




Zuckerrohr beispielweise brauche sehr viel Wasser, welches sich die Pflanze von unter der Erde ansaugt. Das wiederum kommt auch anderen Pflanzen zugute. Bananenpflanzen geben sehr viel Schatten und halten sich vorwiegend über 2 Meter auf, wodurch prima Aufenthaltsbereiche für die Geimschaft und die Viehzucht entstehen. Die Aussicht war herrlich, hier könte ich mir sofort ein Ferienhaus vorstellen.

Am Rückweg erklärte er mir, dass die hier lebenden Menschen sehr viele Probleme mit der weiten Distanz zum Markt haben und undbedingt eine paar Maschinen bräuchten, um nicht jeden Tag 9 Kilometer zum Markt gehen zu müssen, um ihre Rohstoffe zu verarbeiten und wieder zurück nach Hause zu bringen. In einem Gespräch mit einem Bauern bekam ich dann noch eine Stange Zuckerrohr geschenkt, die wir später aufbereiten und essen wollten.

Wieder im Ort angekommen, präsentierte er mir sein Schmuckstück, die katholische Kirche, die ebenfalls von den deutschen erbaut wurde. Mit der Grundfläche des Domes in St. Pölten und einer prachtvollen auf zwei Gebäudehöhen ausgelegte Holzdecke, konnte sich die schon sehen lassen. Er führte mich durch den Kindergarten, sein Hostel, sowie das Schwesternhaus.





Wir begannen darüber zu sprechen, was man besser machen könnte und fingen bei der "Küche" des Kindergartens an, welche aus einem 2 Quadratmeter großen Holzschuppe bestand. Wir kreierten einen gedanklichen Entwurf für eine neue Küche und für neue öffentliche WC- Anlage für während der Messe. Da er mir sehr viel vertraute in Sachen Architektur und Entwurfsplanung und die Auflagen hire nicht wirklich existieren bzw. Statik hier auf Schätzungen beruht, wer weiß vielleicht wirds auch noch was hier mit einem Realprojekt.

Außerdem fand ich einen Kinder-Friedhof aus der deutschen Kolonialzeit, wo mir auffiel, dass viele Kinder damals unter einem Jahr starben.



Beim Rückweg in sein Quartier wurde es dunkel und das gab dem Pfarrer Anlass mich zum Essen einzuladen.  Wir quartierten uns im Haus der Schwestern ein und genossen ein wunderbares Abendessen, zwar war es wieder dasselbe, aber ich bins schon gewöhnt.

Als Nachtisch gab es dann noch Zuckerrohr. Schmeckt extrem süß und wird gekaut wie ein Kaugummi und dann ausgespuckt.  Dieser Tag bot eine Menge Eindrücke, welcher ich ohne die Gespräche mit einem einheimischen und demenstrechenden hier geprägten Statussymbol wohl nie erlebt hätte.