Am nächsten Morgen startete endlich der so sehnsüchtig erwartete Ausflug. Nach einem wirklich sehr kurzem Frühstück, keinem Strom zum Duschen und einer Diskussion mit der Rezeption bezüglich der Bezahlung, holte mich Diosdetikt, der Guide für die nächsten Tage, samt Koch und meiner Begleitung während der Safari, Marina und Claudia aus Graz, ab.
Mit einem speziell für Safaris ausgestattetem Toyota Land Cruiser fuhren wir die nächsten Stunden in Rihtung Arusha und weiter in Richtung Twiga- Camp. Vorbei an Massai-Dörfern, hektischem Markttreiben und Verkehrschaos. Wir begannen uns kennezulernen und uns ein Bild zu machen, was uns die nächsten Tage erwarten würde.
Irrsinnig witzig fand ich, dass wir unseren eigenen Koch mitnahmen, was aber schnell klar wurde, als wir im Camp ankamen. Sehr sauber und gepflegt, fast schon luxuriös, war mein erster Eindruck. Nachdem Verstauen unseres Gepäcks ging es gleich weiter auf zum ersten Schritt unserer Reise in den Nationalpark Lake Manjara. Die Strassen hier sind sehr gut ausgebaut und man bekommt regelmässig touristentypische Lokalitäten zu Gesicht.
Der Park erstreckte sich entlang eines Salzsees und das Terrain umfasste Dschungel und Graslandschaften.
Schon am Eingang ist klar erkennbar, dass hier eine Menge Umsatz gemacht wird, was aber nicht sonderlich verwundert. Das komplette Arial ist verbunden durch Wegesysteme, welche von den Fahrzeugen befahren werden dürfen. Aussteigen ist grundsätzlich untersagt, was aber bei diesem Tierbestand nicht wirklich ein Wunsch von mir war.
Das Dach des Fahrzeuges war geöffnet, so hatte man einen schönen 360 Grad Rundumblick bei erhöhter Position.
Die Menge der hier vorhandenen Tiere war zu anfangs etwas dürftig und eintönig bis wir die erste Giraffe aus 15 Meter Entfernung zu sehen bekamen.
Ab diesem Zeitpunkt war das Eis gebrochen und wir kippen hinein in das Erlebnis Safari. Die Anzahl der zu sehenden Tiere wurde immer größer.
Wir sahen Affen und eine Menge verschiedener geschützer Baume,...
...darunter auch die heiligen Baobab-Trees, die mit einem bis zu 10m dickem Stamm und einer eigenartigen Verästelung (sieht aus wie Wurzeln) in die Höhe ragen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Afrikanischer_Affenbrotbaum
Der Legende nach soll der Teufel aus Spaß den Baum verkehrt in den Boden gesteckt haben.
Der Guide war sein Geld wirklich wert und wusste sehr gut Bescheid über alle Dinge, welche Tiere und Bäume wir sahen und wie deren Beziehung zueinander ist.
Nach der Zeit verliesen wir den Dschungel und fuhren in einer größeren Graslandschaft spazieren. Auf der einen Seite begrenzten die Berge und auf der anderen der See den Park.
Wir durften Zebraherden bestaunen während wir die Herden kreuzten. Es sind wirklich sehr anmutige Tiere, sehr viel Ähnlichkeit mit Pferden, doch die schraffierten Zeichnungen machen sie doch zu etwas besonderem. Jedes Zebra besitzt ähnliche Strukturen und doch unterschiedliche Ausführungen, wie individuelle Kunstwerke.
Außerdem gab es viele Gnus, sowie Antilopen und Nilpferde. Alle erwähnten verschiedenen Arten lebten in Harmonie miteinander, und ergänzen sich gegenseitig.
Zebras, welche gut sehen und hören, dafür aber kein gutes Gedächtnis sowie Orientierung haben, und Gnus, welche dem genauen Gegenteil entsprechen, helfen sich gegenseitig, indem sie gemeinsam in Herden umher ziehen. Die verschiedensten Vogelarten reinigen die großen Tiere, dafür bekommen sie Nahrung.
Der Mensch kann sich im Sinne von Symbiose hier ein Beispiel nehmen.
Etwas nach Mittag machten wir Rast an einer Stelle mit schöner Aussicht, bis es wieder weiter ging.
Wir sahen die ersten Elefanten.
Mächtig und anmutig wie sie sind lassen sie nicht stören von den Menschen.
Sind etwas kleiner als die in Asien, haben dafür aber eine markante Stelle im Gesicht, wo eine FLüssigkeit austritt. Diese Flüssigkeit verrinnt entlang de Hautfalten nach unten und sieht oft aus, als wäre es eine Kriegsbemalung. Da die Haut natürlich immer induviduell gestaltet ist, ergibt sich eine eindeutig zuordenbare Symbolik der Tierwelt, welche die Elefanten angeblich nutzen, um sich wieder zu erkennen.
Scheu ist hier kein Tier, niemand hat Probleme damit auf mehrere Meter Abstand zum Fahrzeug zu stehen und selbst Kameras stellen kein Problem dar. Es schien mir so, als toleriere die Tierwelt hier den Menschen und seine eigenartigen Erfindungen und Ideen, solange sie keine Bedrohung darstellen.
Wir erspähten noch jede Menge andere Arten, wie zum Beispiel Schildkröten und Wildschweine (Pumbas), sowie Kriechtiere, Reptilien und eine Menge verscheidener Böcke bei wechselndem Terrain.
Auch die Nagetiere liesen wir nicht außer Acht.
So wie das erste tier eine Giraffe war, so war es auch unser letztes an diesem Tag.
Gegen Dämmerung erreichte wir unser Camp, wo ein wirklich wahnsinnig exzellentes Mahl auf uns wartete, das Beste, dass ich bis dato in Tanzania gegessen habe.
Durch die Anstrengungen des Tages war der Tag auch schon bald zu Ende, so blieb nur noch die Vorfreude und Spannung auf den nächsten Tag.