Am Kilimandscharo Airport gelandet, stand ich den halben Tag wegen der Visa an, und eine halbe Stunde wegen der Gelbfieberkontrolle. Als dann alles erledigt war, freute ich mich endlich mein Gepäck holen zu können und ins Hotel zu kommen. Das stellte ich mir auch einfacher vor, als es dann war, denn mein Gepäck wurde durchsucht und einige Dinge fehlten, wie zum Beispiel mein Schlafsack. :-(
Gott sei Dank war mir das alles nicht so wichtig, denn retour bekommen würde ich sowieso nichts mehr.
Beim Hinausgehen dann der erste richtig schöne Moment. Es stand jemand da mit einem Schild in der Hand, wo mein Name draufstand. Ein Handlanger der mich nach Moshi bringen sollte in ein Hotel wo ich den restlichen Tag verbringe, bevor es weiter geht.
Wir machten uns auf den Weg in einem Geländewagen fuhren gut eine Stunde nach Moshi auf einer sogar asphaltierten Hauptstrasse. Das erste, was mir auffiel, war der Linksverkehr inklusive Suizide-Empfinden beim Autofahren. Das Land sieht hier größtenteils sehr trostlos aus, es ist nichts grün und die Zivilisation scheint weit entfernt. Das erdrückend heiße Klima erzeugt hier eine Unmenge an Windhosen, welche sehr beeindruckend sind und ich vorher noch nie gesehen habe. Sie entstehen komplett wahllos und machen eine Menge Wirbel um Nichts. rotzdem sieht das so aus, als würde das Land von irrsinnig vielen Tornados heimgesucht werden.
Die Einheimischen stehen an der Strasse und verkaufen Früchte und Gemüse, die sie auf dem Boden stapeln. Entgegengekommen sind uns auf der Strasse nur sehr wenig Autos, hauptsächlich vollgestopfte Busse und Lastwagen sind hier unterwegs.
Umso weiter wir nach Moshi kamen, desto grüner wurde dann auch die Landschaft. Ich sah viele Leute ihre Arbeit verrichten, hauptsächlich in Bezug zur Landwirtschaft und auf dem Boden. Immer wieder fielen mir große Rinderherden auf, die durch den Viehtrieb enormen Staub aufwirbelten.
In Moshi angekommen, sah es zunächst zivilisierter aus, als ich angenommen hatte. Gerade Strassen, die Hauptstrasse sogar asphaltiert, teilten wie üblich konzentrische Gebäudegruppen. Die Strassen waren zwar nicht plan, aber doch irgendwie befahrbar.
Doch der erste Eindruck trügt meistens und umso tiefer wir in die Stadt eindrangen, desto mulmiger wurde mein Gefühl. Irgendwann hielten wir dann an einem Hotel, welches einen eerstens sehr guten Eindruck machte und zweitens einen Security beim Eingang stehen hatte. Die Leute waren sehr freundlich und haben sich gleich um mich gekümmert und mir sogar ein Zimmer mit Fernseher gegeben. Es gab zwar warmes Wasser, aber das war typisch österreichisch gesagt nur ein "Lackerl".
Nachdem ich mein Gepäck dort abgeladen habe, erlebte ich gleich die erste ziemlich strange Situation. Ein Einheimischer fragte mich, ob er und seine Freunde in meinem Zimmer fernsehen können, weil es angeblich der einzige sei. In dem Moment ruf die Rezeption an und verlangte nach mir. In der Hitze des Gefechts fiel mir nichts besseres ein, als ja klar zu sagen und hinterließ auf meinem Weg hinunter in den Foyer 5 Schwarzafrikaner in meinem Zimmer. Unten angekommen wartete Castro, der Organisator meines Transportes nach Kwalukonge, und wollte mit mir sprechen, bzw. mir erklären wie die Reise weitergehe.
Im Zuge dessen fragte ich ihn auch gleich, ob es möglich sei noch die Stadt anzuschauen. Nach kurzer Überlegung telefonierte er kurz und erwiderte dann, ja natürlich ginge das, in ein paar Stunden komme eine Begleitperson vorbei, mit der ich die Stadt erkunden kann.
"Na super", dachte ich mir, "hier kann ich nicht einmal alleine vor die Türe gehen."
Als ich dann wieder in mein Zimmer hoch ging kam mir schon der Herr von vorhin entgegen und bedanke sich recht herzlich fürs fernsehen. Da fing ich an zu denken und bekam ein ziemlich ungutes Gefühl wegen meinen Sachen. Gefehlt hat aber nichts. doch vorsichtiger sollte ich trotzdem in Zukunft sein, dachte ich mir.
Später holte mich Rashid ab und erforschten Moshi. Beim Verlassen des Hotels lbickte ich direkt auf den Kilimandscharo.
Die Stadt hat ungefähr 500.000 Einwohner und ist Chaos pur. Das erste was ich erfuhr ist, "wir gehen rechts, denn links fangen die Slums an, da wollen wir bestimmt nicht hin", meinte er. Meine gedankliches Kommentar dazu: "Ich dachte, da wären wir schon"! Jedenfalls gings ziemlich wild zu auf den Straßen, und ich fiel als Europäer auf wie ein Magnet. Jeder starrte mich an. Wir gingen am Marktplatz vorbei und sprachen über verschiedenste Dinge, Sahen uns die Moshee an und kehrten in eine einheimische Bar ein. Währenddessen fiel mir auf, dass es hier extrem schnell dunkel wird, binnen einer halben Stunde wechselte es von Tag auf Nacht, wo ich dann sehr froh war, jemanden bei mir zu haben, denn zurück ins Hotel gefunden hätte ich in diesem Choas nicht mehr.
Zurück im Hotel, setzte mich ins Restaurant und wollte etwas essen. Der Chef des Hauses empfahl natürlich, wie sollte es anders sein, Fleisch. Als ich ihm erklärte, dass ich kein Fleisch esse, empfahl er mir Sato, eine Spezialität in dieser Region. Sato war ein riesiger extrem furcheinflössender Fisch, der wie sollte es anders, mit der Hand gegessen wird. Mein erstes Mahl in Tansania war wirklich köstlich und kostete "nur" schlappe 11 Euro, die wirklich billig waren für diese Spezialität in Moshi, was ich später noch herausfand.
Völlig geschafft fiel ich dann ins mit Mosquitonetz verkleidete Bett und schlief ein.


